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Matters


Der ITM-Blog

Huffington Fail..


Heute wurde ohne große Berichterstattung in den Online-Medien, die Huffington Post DE gelauncht. Mitbekommen habe ich das ganze heute morgen im DE-Radio und dachte mir "Spannend - endlich auch in Deutschland".

Für die die es nicht wissen - die Huffington Post ist ein ganz erfolgreiches News / Blog / Community Portal aus den USA, das 2005 von Arianna Huffington ins Leben gerufen wurde und das seit 2011 AOL gehört. Insgesamt eine ganz spannende Mischung, vor allem weil sich das Format sehr offen gibt (Wer für die Huffington Post schreiben will, kann sich bei der Redaktion melden).

Lange Rede kurzer Sinn: ich war einigermaßen enttäuscht als ich das Ergebnis gesehen habe. Was einen da aus der Blogspalte anstrahlt ist ein ganzer Haufen Prominenz, der sich da zum Schreiben berufen fühlt. Ich wusste gar nicht wer da so alles bloggt, und nachdem man die Beiträge gelesen hat, weiß man auch, dass zum sehr großen Teil eben nicht gebloggt wurde. Die gute Hälfte der Beiträge sind entweder von Presseabteilungen oder einem Lobbyisten-Schreibbüro verfasst worden (OK,  Boris Becker hat seinen Beitrag bestimmt zum Teil selbst geschrieben). Redaktionell scheinen die Auswahlkriterien nicht allzu hart zu sein. Wer ein wenig Zeit übrig hat, sollte sich mal folgenden Artikel von René Obermann durchlesen:  "Wir werden überall und jederzeit vernetzt sein. Wir werden alles KÖNNEN, aber WOLLEN wir das auch?" ... Ich geb euch kurz Zeit dafür....... Und durchgelesen? Was für ein Schwachsinn - Wer als erstes den Bezug zum Teaser findet, den lade ich morgen zum Mittagessen ein - Als Zeitung getarnt und dann doch nur PR-Verteiler - Und das ganze als Hauptaufmacher der Startseite.  Ein weiteres schönes Beispiel ist der Artikel von Alexander Medwedew zum Thema "Wie Erdgas zur Verkehrswende in Europa beitragen kann" - früher hieß so etwas "Advertorial" und war als Werbung gekennzeichnet.

Bei solchen Patzern frage ich mich, wie das passieren kann. Da wird sicher dick sieben- oder achtstellig investiert. Man ruft einen Haufen Leute an, macht Connections, baut eine Redaktion auf und startet mit einer Ausgabe, die es hauptsächlich Sponsoren und Freunden des Hauses recht machen will aber so tut als wäre das hochwertiger und spannender Inhalt. Wenn das mal nicht nach hinten los geht...  Die große Panik in den deutschen Redaktionen ob der schwindenden Abonnenten und zahlungsunwilligen Onlineleser wird durch das erscheinen der HuffPost erstmal nicht größer werden müssen - Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Redaktion anfängt zu arbeiten und nicht nur auf die Freigabeknöpfchen drückt.


Gepostet von stephen am 11. October 2013