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Matters


Der ITM-Blog

Google macht die Welt kaputt...

Buddha Park Vientiane, Laos

... zumindest die Sehnsucht danach.

Gestern hatte ich so ein Erlebnis. Ich hatte Google Earth seit langem mal wieder offen und stolperte über meine Bookmarks. Die sind zum Teil schon recht alt und mit einem Ticken Fernweh bin ich die abgesurft. Ich bin dann auch in Laos gelandet, einem Land das ich vor ca. 5 Jahren besuchte, und dort konkret im Buddah Park, in der Nähe der Hauptstadt Vientiane. Ein ziemlich abgefahrener Ort, an dem Luang Pu Bunleua Sulilat von 1958 bis 1975 über 200 Skulpturen aus der hinduistischen und buddhistischen Mythologie geschaffen hat. Es ist zugegebenermaßen ein ziemlich bekannter Ort in der Gegend und in jedem Reiseführer erwähnt. In Google Earth findet man dann auch großartige 360° Ansichten und mehrere hundert Fotos, die über die Google Tochter Panoramio beigesteuert werden. Man fühlt fast wieder die Sonne auf der Haut und hört das Rauschen des Mekong, der direkt hinter dem Park vorbeifließt. Großartig!

Wir haben damals das ganze Land von Nord nach Süd bereist und eine Menge Dinge gesehen. So folgte ich unsere Reiseroute in Google Earth und konnte jeden Ort mit Bildern und Wikipedia Informationen angereichert wiederfinden. Praktisch den Trip "on the Sofa" - Couch Surfing mal anders. Und dann bekommt man plötzlich schlechte Laune.

Sonnenuntergang am Mekong - Luang Prapang, Laos

Das kollektive Gedächtnis, das seine Bilder und sein Wissen in das Internet pumpt gibt einem das Gefühl keine Erinnerung mehr für sich selbst zu haben. Jeder Ort 80.000 mal besucht. Bernd aus Böblingen postet den 5.273ten Sonnenuntergang in der Antarktis - Bernd aus Böblingen war übrigens schon überall auf der Welt. Die eigene Erinnerung verschwimmt mit denen der restlichen Nutzer im Netz - Wir sind Borg - Das Kollektiv gewinnt.

Ganz so drastisch ist es sicherlich noch nicht, aber das was im eigenen Kopf gerade noch exotisch und fern war wird doch ein ganzes Stück weniger exotisch und auch ein kleines bisschen entwertet, weil es eben die Erinnerung von tausenden ist und nicht von einem alleine.


Gepostet von stephen am 04. December 2013