Uns auf Facebook besuchen Uns auf Twitter folgen RSS-Feed abonnieren

Matters


Der ITM-Blog

Facebook: eine Hassliebe.

Facebook

Es ist gar nicht so einfach, in der digitalen Szene eine Plattform zu konstruieren, die nicht nur einschlägt, sondern die Nutzer auch noch lange hält. Facebook war für mich eine lange Zeit sehr attraktiv, und in der „Internet“-Branche hält sich das populärste Social Network bisher auch ganz gut.

Ich, als neuere Generation der „Digital Natives“ (klingt sehr wichtig, übrigens), wuchs zu einer Zeit auf, als es noch gang und gäbe war, statische Inhalte zu kreieren. Mit dem Beginn der Web-2.0-Ära wurde den Nutzern dann die Möglichkeit dargeboten, selbst Inhalte ins Web zu stellen, meistens in Form von Blogs, ohne dafür großartige Kenntnisse für alles Technische mitzubringen – parallel dazu entstanden langsam aber sicher die Social Networks (damals hieß das noch „Online-Communities“). Bis der Nutzen von Plattformen wie diesen die meisten User erreichte, dauerte es ein paar Jahre, inzwischen sind soziale Netzwerke aber kaum noch aus unserem Leben wegzudenken. (Das erste soziale Netzwerk, in dem ich angemeldet war, war übrigens studiVZ.)

Dann kam Facebook. Facebook fand ich super, weil – sah gut aus, und funktionierte einfach: Statusmeldungen wurden chronologisch dargestellt und ich hatte ich alles im Überblick. Facebook war für organisatorische Dinge zudem auch immer sehr geschickt, da sich eigentlich alle Menschen in meinem Freundeskreis dort tummelten. Zudem konnte ich der „neueren“ Generation an Internet-Usern eine Möglichkeit bieten, meinen Blog (neben Möglichkeiten wie RSS) verfolgen zu können.
Inzwischen ist es für viele, inklusive mir, einfach zu verworren. Abgesehen von den Einstellungen zur Privatsphäre hat Facebook einen undurchschaubaren Algorithmus entwickelt, wie und welche Statusmeldungen in meiner Timeline erscheinen. Viele meiner Freunde tauchen dort gar nicht auf, andere, mit denen ich weniger zu tun habe, dafür öfter. Durch das Gefühl, alles nicht mehr richtig steuern zu können, wenden sich viele inzwischen von Facebook ab.

Auch meine Blogeinträge, die auf meiner Facebook-Seite gepostet werden, reichen inzwischen nicht mehr wirklich weit – das heißt, dass alle, die meine Facebook-Seite liken, nicht automatisch meine Beiträge sehen. Außer natürlich, wenn ich  für einen Beitrag bezahle, um die Sichtbarkeit zu erhöhen. Das ist für Unternehmen kein großes Thema, da es sich ja auch nicht um unbezahlbar hohe Beiträge handelt – aber um seinem Hobby eine Plattform zu bieten eher suboptimal.

Da Facebook inzwischen auch immer mehr als wichtiges Marketinginstrument erkannt und genutzt wird, ist Werbung und Sponsoring in der Timeline unabdingbar. Werbung in der Sidebar hat mich nie sonderlich gestört, aber die immer öfter erscheinenden gesponsorten Beiträge sind (nach Facebook) gefühlt oft relevanter, als die Statusmeldungen meiner Freunde. Insgesamt haben sich Unternehmen als eine der größten Zielgruppen entwickelt, so das der "kleine Nutzer" immer unwichtiger wird, und das spürt man auch. Im Prinzip tragen wir nur noch dazu bei, dass die Facebook-Maschinerie funktioniert. Das ist für Unternehmen super, für den einzelnen Benutzer eher lästig.

Ich persönlich bin inzwischen ziemlich gespannt, wie sich Facebook die nächsten Jahre weiterentwickelt und wie die Konkurrenz darauf reagiert. Das Facebook-Prinzip kopieren und etwas nach eigenem Geschmack abwandeln funktioniert nicht, bestes Beispiel hierfür ist Google+.

Momentan gibt es noch keine Alternative, die mich wirklich anlacht, und ich habe das Gefühl, dass es auch noch eine längere Zeit dauern wird, bis sich ein neues Prinzip entwickelt, nach dem neue Plattformen ausgerichtet werden können, das Web sich sozusagen weiterentwickelt.

So lange werde ich mich noch weiter auf Facebook tummeln – und mich damit arrangieren.


Gepostet von jenny am 10. April 2013